Schau in den blauen Himmel.
Er scheint leer zu sein.
Doch er ist voller Leben und Potential.
An einem klaren, heißen Sommertag,
die Luft ist schwanger mit Feuchtigkeit,
es bilden sich winzige Tröpfchen.
Noch sind sie unsichtbar, eingebunden in die blaue Himmelsmatrix.
Sie wachsen, es bilden sich Dunst und Wölkchen,
es entstehen Wolkenstrukturen, immer dichter und dunkler.
Bis, endlich, unendlich viele Regentropfen herabfallen.
Jeder Tropfen ist wie eine eigene Welt,
in der sich die anderen spiegeln.
Sie fallen in eine andere Welt.
Dort vereinigen sie sich wieder,
über viele Stationen reisend,
bilden Quellen, Bäche, Flüsse, Seen
und treffen sich im Meer,
Um wieder von der Sonne in den Himmel gehoben zu werden.
Ständiger Wandel und ewiges Fließen,
Tag für Tag, Jahr für Jahr,
alles geschieht in diesem Augenblick.
Lasse alle Vorstellungen los.
Raum und Zeit verlieren ihre Bedeutung.
Fülle und Nichts, Form und Leere werden eins.
Alle Gegensätze fallen zusammen.
Das ist der Zustand/Nicht-Zustand : { }.
Ersetze nun die Begriffe Himmel und Tropfen, Welt und Wasser
Durch Urgrund und Geist, { } und Bewusstsein
Ohne dir darunter etwas vorzustellen.
Es entstehen dasselbe Fließen und derselbe Prozess.
Lebenskeime formen sich und bilden Lebenswolken, Lebenstropfen,
die herabfallen und sich vereinigen zu komplexen Strukturen,
die sich wiederfinden im Lebensmeer.
Am Ende (oder ist es der Anfang?)
Kehren die Lebenstropfen wieder zurück dahin,
woher sie gekommen sind:
in das Unsagbare, jenseits aller Vorstellungen.
Der Kreis ist geschlossen,
der nächste Zyklus beginnt
im gleichen Augenblick.