Lebenstropfen

Schau in den blauen Himmel.

Er scheint leer zu sein.

Doch er ist voller Leben und Potential.

An einem klaren, heißen Sommertag,

die Luft ist schwanger mit Feuchtigkeit,

es bilden sich winzige Tröpfchen.

Noch sind sie unsichtbar, eingebunden in die blaue Himmelsmatrix.

Sie wachsen, es bilden sich Dunst und Wölkchen,

es entstehen Wolkenstrukturen, immer dichter und dunkler.

Bis, endlich, unendlich viele Regentropfen herabfallen.

Jeder Tropfen ist wie eine eigene Welt,

in der sich die anderen spiegeln.

Sie fallen in eine andere Welt.

Dort vereinigen sie sich wieder,

über viele Stationen reisend,

bilden Quellen, Bäche, Flüsse, Seen

und treffen sich im Meer,

Um wieder von der Sonne in den Himmel gehoben zu werden.

Ständiger Wandel und ewiges Fließen,

Tag für Tag, Jahr für Jahr,

alles geschieht in diesem Augenblick.

Lasse alle Vorstellungen los.

Raum und Zeit verlieren ihre Bedeutung.

Fülle und Nichts, Form und Leere werden eins.

Alle Gegensätze fallen zusammen.

Das ist der Zustand/Nicht-Zustand : { }.

Ersetze nun die Begriffe Himmel und Tropfen, Welt und Wasser

Durch Urgrund und Geist, { } und Bewusstsein

Ohne dir darunter etwas vorzustellen.

Es entstehen dasselbe Fließen und derselbe Prozess.

Lebenskeime formen sich und bilden Lebenswolken, Lebenstropfen,

die herabfallen und sich vereinigen zu komplexen Strukturen,

die sich wiederfinden im Lebensmeer.

Am Ende (oder ist es der Anfang?)

Kehren die Lebenstropfen wieder zurück dahin,

woher sie gekommen sind:

in das Unsagbare, jenseits aller Vorstellungen.

Der Kreis ist geschlossen,

der nächste Zyklus beginnt

im gleichen Augenblick.

Ein-Fälle

Wie entstehen Ein-Fälle?

Was fällt wo ein?

Was sind Ein-Gebungen?

Wer gibt wem was?

Scheinbar kommen sie aus dem Nichts.

Einiges spricht dafür,

dass sich das im Gehirn abspielt, aber

was ist ein Gehirn?

Eine Struktur, die aus Zellen besteht,

welche aus Molekülen und Atomen aufgebaut sind,

die aus subatomaren Strukturen gebildet werden,

welche letztendlich elektromagnetische Schwingungen sind.

Doch was schwingt?

Der Urgrund, das Nichts!

Also stimmt es doch:

Einfälle kommen aus dem Nichts

Leben

„Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt“. (Buddha)

Das Leben ist kein Kampf, den man gewinnen muss, sondern ein Spiel, an dem man teilnehmen darf.

Das Leben ist auch kein Rätsel, das es zu lösen gilt, sondern ein Wunder, über das man Staunen kann.

Es ist keine Aufgabe, die man bewältigen muss, sondern ein Potential, das ausgeschöpft werden will.

Auch ist es kein Schicksal, das es zu tragen gilt, sondern eine Chance, die man nutzen kann.

Das Leben ist nicht vorhersehbar oder planbar, sondern ein Prozess und ständiger Wandel, der gestaltet werden will.

Es gibt viele Leben, die zusammen EIN LEBEN bilden. Wir, du und ich sind DAS LEBEN

Jedes Leben ist eine eigene, ganze Welt aber auch eine Teil-Welt, die sich im Austausch mit anderen Leben befindet.

Zum Leben gehört auch der Tod, der nur ein Übergang zwischen zwei Leben ist. Ein Spiel endet, damit ein neues beginnen kann.

Bejahendes Leben nennen wir Liebe, Freude und Glück; aber auch Krisen, Zweifel und Not gehören dazu.

Leben mit Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen ist der Boden auf dem wir in schweren Zeiten Halt finden.

Dankbarkeit, Demut und Glaube an DAS Leben lassen Glück, Freude und Liebe auf diesem Boden wachsen.

Wer das Leben annimmt, ohne es festhalten zu wollen, den wird DAS Leben belohnen.

Erdfieber

Die Lebensweise der Menschen ist ungesund, nicht nur für uns, sondern für alle Lebewesen und auch für die Erde. Das Leben findet nur auf der Oberfläche der Erde statt: am Erdboden, in den Gewässern und in der Atmosphäre. Es ist nur eine ganz dünne Lebens-Schicht, die belebt ist, gewissermaßen die „Erdhaut“.
Die Erde hat einen Hautausschlag und wir Menschen sind verantwortlich dafür. Es beginnen bereits Abwehrreaktionen der Erde in Form von Stürmen, Erdbeben, Fluten, Dürreperioden und der damit verbundenen Erwärmung. Die Erde entwickelt ein Fieber.

Wenn es so weitergeht, werden viele Arten aussterben, vielleicht auch der Mensch.
Bei uns dauert Fieber ein paar Tage, in schlimmen Fällen vielleicht ein paar Wochen. Bei der Erde entspricht das ein paar tausend Jahren, eine kurze Episode aber für viele Menschengenerationen ein Zeitalter des Leids. Wäre es da nicht besser, wenn wir selbst versuchen, den Hautausschlag und das Fieber der Erde zu heilen?
Doch wie? Können wir das überhaupt? Wo sollen wir anfangen?

Der einfachste und effektivste Anfang ist: Jeder bei sich selbst. Wenn jeder sofort – nicht nächste Woche, nicht Morgen, nicht „später“ sondern JETZT –  seine Lebensweise ändert, ist bereits viel getan. Wir können sofort unseren ökologischen Fußabdruck um 10 – 20 % verkleinern; in kurzer Zeit bereits um 30 – 40 %, mittelfristig um 50 – 60% und langfristig noch weiter.
Natürlich wird das nicht einfach und ist mit Verzicht, Opfern und Leid verbunden. Aber das ist gering im Vergleich zu dem, was uns erwartet, wenn wir nichts ändern. Zunächst wird vieles schwerer werden. So ist das immer bei einem Heilungsprozess.

Der nächste Schritt – parallel dazu und damit einhergehend – ist die Veränderung der Gesellschaftsstrukturen, der Lebensweise, der Kultur und allem was damit zusammenhängt.

Brief an Gaia

Liebe Gaia,

mit diesem Brief möchte ich dir meine Dankbarkeit ausdrücken und dich um Vergebung bitten.
Dankbarkeit dafür, dass du uns das Leben geschenkt hast, dass all diese wunderbaren lebenden und unbelebten Wesenheiten, die zu dir gehören, ein Teil von dir sein dürfen. Vergebung dafür, dass wir deine Großzügigkeit missbrauchen und dir sogar Schaden zufügen.

Dein Körper, den wir Erde nennen, bietet alles was wir brauchen. Auch die Bedürfnisse von zehn Milliarden Menschen und mehr könnten gesättigt, nicht aber deren Gier befriedigt werden.
Dein Atem ist der Wind, der den Temperaturausgleich in der Atmosphäre ermöglicht, die Energie in Form von Sauerstoff bereitstellt und uns alle am Leben erhält. Er schenkt uns die Luft, die wir wie selbstverständlich annehmen (aber rücksichtslos verschmutzen).
Ich bin dankbar für diese Gabe.

Dein Blut sind die Gewässer, ohne die es kein Leben gäbe. Wir verbrauchen diese Kostbarkeit ohne Grenzen (und verseuchen sie hemmungslos).
Ich danke für dieses Geschenk.

Der Boden ist dein Korpus. Er ist Grundlage, Baustoff, Werkstoff, Leib und Träger des Lebens. Wir verbrauchen, missbrauchen und misshandeln ihn gedankenlos und rücksichtslos.
Ich bin dankbar für deine Großzügigkeit.

Alle Strukturen und Geschöpfe sind Teil von dir. Du selbst bist noch jung und entwickelst dich weiter. Aus den unbelebten Strukturen hat sich Leben entwickelt. Aus den noch unbewussten Formen haben sich immer komplexere Geschöpfe und schließlich erste Träger von Bewusstsein entwickelt. Die Menschen sind die Spezies mit dem am höchsten entwickelten Bewusstsein. Es muss enttäuschend für dich sein, dass ausgerechnet wir dir – undankbar und rücksichtslos – Leid zufügen.

Deine Tränen sind die Fluten, die uns zunehmend überschwemmen. Deine Wut macht sich als Beben, Sturm und Tsunami bemerkbar. Doch wir machen immer weiter mit Verschmutzung und Zerstörung der Ressourcen. Viele Mitgeschöpfe sind schon ausgestorben und auch du entwickelst Fieber.
Letzteres wird uns und viele andere Lebewesen eliminieren, wenn wir es nicht schaffen, unser Verhalten zu ändern. Du jedoch wirst das Fieber überstehen und neues Leben entwickeln.   
Bitte vergib uns und gib uns die Chance, es besser zu machen.

Die Menschen sollten dir dienen. Der Mensch ist wie eine Nervenzelle und die Menschheit könnte sich zu einem Gehirn mit globalem Bewusstsein entwickeln. Stattdessen ähneln wir eher Krebszellen, die sich hemmungslos ausbreiten. Unsere Städte sind wie Tumore, die sich so lange vermehren bis das globale Netzwerk, das eigentlich ein Organ in deinem sich entwickelnden Organismus bilden sollte, zerstört wird. 
Bitte vergib uns und gib uns die Chance zur Heilung.

Hoffnung macht dir sicher, dass es neben den Krebszellen auch viele Herzzellen gibt, die dich lieben und dich schützen wollen. Insbesondere die junge Generation wird sich immer mehr bewusst, dass du Gaia unsere Mutter bist und wir dir dienen, dich lieben und dir dankbar sein sollten.
Bitte vergib uns um dieser Herzen willen. Sie haben eine Chance verdient.

In Dankbarkeit, Demut und Liebe

P.